Häufige Fragen zu Innenraumklima und Baustoffreinheit
Was versteht man unter baustofflich optimiertem Bauen?
Da Menschen statistisch fast 90 Prozent ihres Lebens in Innenräumen verbringen, ist die stoffliche Zusammensetzung der Bauteile entscheidend für die Raumluftqualität. Ein nach baubiologischen Kriterien geplantes Haus von GreenBuild360 besteht aus schadstoffgeprüften, emissionsarmen Materialien, die nur sehr geringe Mengen flüchtiger chemischer Verbindungen (VOCs) abgeben und das Raumklima sowie die Luftfeuchtigkeit über die physikalischen Materialeigenschaften unterstützend regulieren.
Welche Rolle spielen Lehm- und Kalkputze für das Raumklima?
Diese mineralischen Wandbeschichtungen nutzen physikalische Effekte zur Stabilisierung des Innenraumklimas. Lehm besitzt eine hohe Sorptionsfähigkeit, wodurch er überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnimmt und bei trockener Raumluft wieder abgibt. Zudem besitzt Lehm die Eigenschaft, gasförmige Stoffe temporär zu binden. Kalkputz wiederum weist einen dauerhaft hohen pH-Wert (alkalisch) auf, was Schimmelpilzen auf den Wandoberflächen mineralisch und ohne biozide Zusätze den Nährboden entzieht.
Wie wirken sich die Konstruktionen auf staub- und emissionsempfindliche Personen aus?
Durch den konsequenten Fokus auf leimfreie Massivholz-Systeme und vorelementierte Strohwandmodule gelangen nur sehr geringe Mengen synthetischer Lösungsmittel, Weichmacher oder Formaldehyde in die Innenraumluft. In Kombination mit strahlungswärmebasierten Flächenheiz- und Kühlsystemen (per Luftführung über die Lehm-Akku-Masse) wird zudem die thermische Konvektion reduziert. Das kann das Aufwirbeln von Hausstaub und Allergenen im Vergleich zu konventionellen Radiatoren-Heizkörpern verringern.
Warum unterscheidet sich dieser Wandaufbau von einem Standard-Neubau?
Viele moderne Standard-Neubauten werden durch synthetische Dämmstoffe und Folien weitgehend luftdicht abgeschlossen. Ohne permanente maschinelle Lüftung neigen diese Räume zu Feuchtigkeitsspitzen. Unsere Bausysteme sind stattdessen diffusionsoffen konzipiert. Sie minimieren die Transmissionswärmeverluste nach den energetischen Vorgaben des Gebäudetyps E, erlauben aber durch den kapillaraktiven Materialaufbau einen kontinuierlichen, natürlichen Feuchteausgleich durch den Wandquerschnitt hindurch.