Biogener Kohlenstoff: was die EPDs ausweisen
Die biogene Kohlenstoffbindung der Paneele ist in zwei EPDs dokumentiert. Die Werte unterscheiden sich in Programm, Datenstand, Dichte und Darstellung; sie werden hier bewusst getrennt genannt und nicht zusammengeführt.
MRPI-EPD 1.1.00000.2024
Ausgabe 13.06.2024, gültig bis 13.06.2029. Bezugsgröße: 1 m² durchschnittliches Wandpanel (sechs Paneltypen).
31,5 kg C/m² im Produkt, rechnerisch 115,5 kg CO₂-Äquivalent/m² (Umrechnung 44/12). Das ist der stoffliche biogene Kohlenstoffgehalt, keine Aussage über die Netto-GWP des gesamten Lebenszyklus.
EPD-IES-0033692:003
International EPD System, Datensatzabruf 04.10.2026. Bezugsgröße: 1 m² durchschnittliches 400-mm-Panel, Dichte 178 kg/m³, angenommene Nutzungsdauer 60 Jahre.
GWP biogen, Modul A1–A3: rund −101 kg CO₂-Äq./m² (−1,01 × 10²). Die Module A–C und End-of-Life sind zusätzlich zu betrachten; die EPD bildet einen gewichteten Durchschnitt ab, Einzelvarianten weichen laut Datensatz stark ab.
Eine Gebäudebilanz ist projektbezogen zu rechnen.
Materialien und Materialanteil
Laut Hersteller besteht das System aus vier Materialarten: komprimiertes Weizenstroh, C24-Konstruktionsholz, Birkensperrholz und mechanische Verbindungsmittel (Füllstoffdichte 98–127 kg/m³).
Die Herstellerangaben zum Materialanteil variieren je Quelle: 98 % natürliche, erneuerbare Materialien (Herstellerkurzangabe, Status IN PRÜFUNG), 89 % Stroh und 10 % Holz (Solutionseite), 88 % Stroh, 10 % Holz, 2 % weitere Materialien (ESG-Factsheet). Aus der MRPI-EPD ergeben sich rechnerisch, bezogen auf 72,038 kg je m² Durchschnittspanel: ca. 64,7 % Stroh, 26,6 % Kiefernholz, 7,0 % Sperrholz, 0,5 % Holzfaserplatte und 1,1 % Schrauben. Eine einheitliche Prozentzahl ist nicht freigegeben, weil die Bezugsgrößen der Quellen nicht übereinstimmen.